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Diesen Beitrag hielt ich so oder so ähnlich am 12. März 2018 in freier Rede bei bei den Toastmastern in der Gruppe Speakers' Corner München:

So ein Quatsch!

Seit Jahren ist dieser Begriff Work-Life-Balance in aller Munde. Als ob das Leben nur aus Arbeit und Leben besteht. Oder noch schlimmer: als ob das Leben nur aus Arbeit ODER Leben besteht.

Ist es nicht vielmehr so, dass jeder und jede von uns in seinem Leben deutlich mehr "Rollen" zu bewältigen hat als nur Arbeit und Leben: Für den Arbeitgeber sind wir Angestellte. Für die Wirtschaft sind wir auch noch alle Konsumenten, für den Staat Wähler und Steuerzahler. Und auch privat können wir uns vor Rollen kaum retten:

Jeder von uns ist Sohn oder Tochter, und vielleicht bist Du auch noch Ehepartner, Lebensgefährte und eventuell bist Du auch noch Vater oder Mutter. Außerdem – hoffe ich –bist Du auch irgendwem ein Freund oder eine Freundin.

Hinzu kommen noch etliche weitere Rollen: Der Haushalt möchte gemacht sein, dazu kommen noch das Auto, der Garten und die Hobbies, ob das der Sportverein, Musik machen, Reisen oder Ehrenämter sind.

Ich weiss ja nicht, wie es Dir ergeht, aber mich erinnert das Ganze ein wenig an mein neues Hobby, und an dessen Beispiel möchte ich das ganze nun ein wenig demonstrieren.

Wie Du vielleicht weisst, bin ich bin beruflich selbst & ständig tätig – DEN ERSTEN BALL WERFEN – und Haushalt – DEN ZWEITEN BALL WERFEN – und Beziehung – DEN DRITTEN BALL WERFEN – ist es dann gar nicht so leicht, das Ganze im Gleichgewicht zu halten. Aber mit ein bisschen Übung geht das ganze doch schon ganz gut.

Aber wenn dann noch jemand mit einem Ehrenamt winkt, ein Kind auf die Welt kommt oder die Eltern pflegebedürftig werden – DEN VIERTEN BALL WERFEN – kann es ganz leicht passieren, dass ich aus dem Gleichgewicht komme und mir meine ganzen Bälle des Lebens vor die Füße fallen.

Das kann sich dann so äußern, dass ich meine Arbeit verliere – oder meinen Partner – oder meine Gesundheit. Fatalerweise passiert dies auch häufig alles auf einmal, und im Nachhinein ist dann häufig gar nicht mehr klar, was eigentlich genau der ursprüngliche Auslöser war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte.

Dabei ist die Antwort darauf ganz einfach: Denn in dem ganzen bisherigen Jonglier-Spiel, das nun am Boden liegt, hat der wichtigste Ball gefehlt: Ich selbst.

Deswegen möchte ich Dir die 3 Schritte zeigen, um die Bälle Deines Lebens wieder aufzusammeln:

  1. Steh auf. Einmal mehr, als Du hinfällst.
    Wenn Du am Boden liegen bleibst, bist Du nicht nur allen anderen im Weg, sondern es trampeln alle auf Dir herum.
  2. Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben.
    Nicht umsonst heißt es im Flugzeug: „Im unwahrscheinlichen Fall eines Druck-verlustes ziehen Sie zuerst eine Maske über Ihr eigenes Gesicht, bevor Sie Mitreisenden und Kindern helfen.“
    Deshalb: Nimm Dir regelmäßig Zeit für Dich selbst, vor allem wenn es wieder besonders hektisch ist.
  3. Mache eine Bestandsaufnahme und hinterfrage alles:
    Nimm jeden Ball des Lebens einzeln in die Hand und prüfe genau, ob er noch zu Dir passt. Angefangen bei Hobbies, Freunden und Ehrenämtern, aber schau Dir auch Deinen Beruf und Deinen Lebensstil an.
    Wenn Du beim Aufsammeln der Bälle dann feststellst, dass der eine oder andere Ball, mit dem Du früher so gerne gespielt hast, nicht mehr zu Dir passt, lass ihn liegen. Du wirst andere finden, die besser zu Dir passen.

Zu guter Letzt:
Nicht nur beim Jonglieren, auch im Leben darf Dir auch mal was vor die Füße fallen.
Für die meisten „Dinge“ im Leben gibt es eine Versicherung – und was die Menschen betrifft: die meisten lachen mit, wenn Du über Dich selbst lachen kannst.

Deshalb: Das Leben ist schon ernst genug. Und es ist zu kurz, um es ohne Humor zu nehmen!

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